Donnerstag, 7. Mai 2009

Schwedische Spezialitäten

Gut geht es einem hier in Göteborg schon. Und wenn schon mal der Lonely Planet von einer Kaffee - Hauptstadt spricht, ist zur hiesigen Kaffeehauskultur im perfekten Ambiente schon fast alles gesagt.

Aber etwas sei noch Festgehalten: Die Fülle an Süßspeisen lassen das Herz auf jeden Fall höher schlagen...

Nachdem selbst die beste Kanelbulle auch einmal aufgegessen ist und der Bauch nach einem oder zwei Chokladbollar nach Bewegung schreit, ist es höchste Zeit ins Land zu fahren.

Traumhafte Landschaft, Schweden Häuser wie aus dem Bilderbuch, Kühe und selbstverständlich endlos viele Felsen...


... viele auch zum Klettern...


... und Bouldern. Der seit fast einer Woche anhaltende Muskelkater will einfach nicht mehr weg, dem Spassfaktor tut dies keinen Abbruch.

Ich versuche jetzt mit der Kaffeehaus und Chokladbollar Kur die Schmerzen zu lindern. Ich bin zuversichtlich.

Montag, 4. Mai 2009

Tjörn Island Weekend

Mein zweiter Schwedentag beginnt mit einem kleinen Wochenendausflug an die schöne Westküste. Das gerade ich in diesem Land vor lauter Freude in so eine Plattensau einsteige, hätte ich mir beim obligatorischen Begrüßungskaffee in Götebourgs Innenstadt auch noch nicht erträumt. Aber sehet selbst....
Die von extremen Kampfgeist und Motivation geprägten "Entspannungstage" werden wohl als das bislang erfolgreichste Birgitkletterwochenende in die Geschichtstafeln gemeisselt! Eine unüberwindbare Schweinsausdauerkrücke nach der Anderen wurde eiskalt einkassiert!

Mir brannte beim Holzhacken fürs gemütliche Abendfeuerchen neben den Fingern auch anständig der A...

Was soll man vom Maxl Neues schreiben? Hm, gschafft hat er schon wieder alles was er sich vorgenommen hat, und das war einiges. Aber bei diesem Kraftlackel auch kein Wunder!


Nachdem ich mich nach zwei Klettertagen kaum mehr ohne Schmerzen bewegen konnte, war es Zeit die paradiesische Meeresbucht zu verlassen, in Richtung Götebourg, ins Kaffeehaus. Zur Entspannung von der Entspannung.

Hurra auf den Urlaub! Und für alle harten Arbeiter/Lerner/Gammler - daheim ists auch schön. Irgendwie.

Dienstag, 28. April 2009

Pacific Coast Explorations

Was tun wenn Rainer zu Besuch ist, die Prüfungen vorerst vorbei sind und der Wetterbericht nur Sonnenschein verspricht? Eh klar - Roadtrip!

Den ersten Tag verbrachten wir noch am Festland wo sich Rainer in Squamish in die eiskalten Fluten zum Kitesurfen warf. Ein wenig Granitklettern ging sich danach auch noch aus.


Am nächsten Morgen gings mit der Fähre nach Vancouver Island wo wir sogleich die Insel überquerten um an die West Coast zu gelangen. Mit etwas Glück bezogen wir das genialste Campingplätzchen von Tofino: Ozeanblick von der Zeltterasse sozusagen.


Wenn in Tofino mehrere Tage die Sonne scheint, sprechen Kenner bereits von einem "miracle", dieses gilt es zu nutzen.
Judith ist sich mit dem Drachensteigen auf den Geschmack gekommen, kurz bevor sich Rainer damit wieder in die Fluten gestürtzt hat.


Unser Plan einer zweitägigen Kajakfahrt im Clayoquot Sound um Meares Island scheiterte einerseits an dem Unwillen der Kajakvermieterin uns unerfahrenen Seepaddlern Kajaks zu leihen und andererseits an unserem Respekt vor den Strömungen in der Gegend, die Gerüchten zufolge bis zu 60 Knoten schnell sein können und stehende Wellen von 5 Metern erzeugen sollen.
Deshalb enschlossen wir uns zu einer Kajaktour mit Guide zu Meares Island, um dort den Regenwald mit einigen der größten und ältesten Bäumen Kanadas zu bestaunen.


Doch recht groß:

Der hier ist angeblich 1500 Jahre alt:

Wenn wir schonmal in einer Kalkgegend sind, können wir an den Felsen natürlich auch nicht vorbei. Vor allem Judith hat die Nase vom Granit voll und wollte nurmehr zum Limy-Limestone. An den Felsen oberhalb vom Horne Lake bleibt sicher jedem Kletterer die Luft weg. Drachenwandhöhle mal drei, geniale Aussicht und bestens abgesichert. In den leichteren Routen (in denen wir uns die meiste Zeit die Finger wund kletterten) fühlten wir uns wieder wie daheim im Salzkammergut.

Die Natur auf Vancouver Island hat echt gewaltig was zu bieten und es gäbe soviel zu tun, dass unsere Ideen noch für ein paar Wochen gereicht hätten. Ein wahrlich genialer Trip.

Montag, 20. April 2009

Update aus dem Land der Wikinger

Die Osterzeit war schon immer die Zeit um weg zu fahren und klettermässig ordentlich Gas zu geben. So auch heuer wieder und zusammen mit Birgit und Flo gings zuerst nach Bohuslän zum Tradclimben und Bouldern.Flo zeigte uns sowohl souveräne Durchstiege also auch die eine oder andere Nähmaschinenbegehung.

Zweite Station war dann Lillesjö um einmal mehr ein paar Boulder zu verhaften und wiederum die Gear zu versenken.Trotz anfänglicher Skepsis gegenueber den Friends und Keilen hat mich das Fieber schlussendlich doch noch gepackt. Findet man erstmal die richtige Grösse der Gear und vertraut auch noch ein wenig darauf dass sie nicht nur den Blicken standhält, dann macht die Sache schon ordentlich Spass.

Montag, 13. April 2009

Spearhead Traverse

Die hier berühmte Spearhead Traverse ist ein alljährlicher Wettbewerb über das Spearhead Gebirge rundum Whistler, wo internationale Athleten 27 km in weniger als 3 Stunden bewältigen. Wir nahmen uns natürlich etwas länger Zeit...

Der erste Tag zeigte sich recht freundlich:


Nach einem ganzen Tag up and down the valleys stießen wir abends auf eine andere Gruppe, wo wir uns dann auch gleich für die Nacht dazugesellten.

Aber auf 2560 m läßt sich nicht viel an Schlaf denken...


...und es war ziemlich kalt!


Perfekt ausgerüstet mit einem 3-Seasons Zelt, wachte ich in einer meiner kurzen Schlafperioden auf, als der Schnee in mein Gesicht rieselte und ich mich merkwürdig beengt fühlte - der viele Wind hatte den Schnee zwischen Innen- und Außenzelt geweht und drückte nun von beiden Seiten auf uns nieder und rieselte durch das Fliegengitter. Aber tief vergraben wartet man natürlich beharrlich bis zum Morgen, wo wir uns dann endlich freischaufelten und außer Nebel nicht mehr viel sahen. "The big white out" wird das hier genannt und so sahen wir uns zum Rückzug gezwungen, wo uns die Orientierung erheblich erschwert wurde und so fuhren wir glatt in ein falsches Tal runter.

the big white out - down the wrong valley


...und dann alles wieder hinauf


Nach einem dreistündigen Umweg kamen wir wieder auf die richtigen Pfade, der Nebel lichtete sich etwas und wir fanden die Orientierung wieder. So zogen wir wieder up and down the valleys zurück und genossen noch viele frische Powderabfahrten.


Montag, 6. April 2009

ski touring in B.C.

Nachdem ich mich in Vancouver gut eingelebt habe, fehlte nur noch ein essentielles Ding zur vollkommenen Glücklichkeit: Schi!! Um dem vielen Regen in der City zu entkommen, muß man einfach in die Berge und seither bin ich täglich wieder voll im Schifieber. Auch Christoph hat die Begeisterung jetzt gepackt und so genossen wir gestern den einsamen Gipfel des Round Mountain etwas weiter nördlich von Vancouver, wo sich auch das berühmte Klettergebiet Squamish befindet. Und natürlich waren wir dann noch zum krönenden Abschluß Tradclimben, wo Christoph seine erste 5.9 mit Cams & Nuts besiegt hat und ich mich schön langsam an die Granitrisse hier gewohnt habe.

Kletterfotos gibts leider keine, dafür aber eine bescheidene Auswahl der Highlights...


Am Gipfel des Hollyburn Mountain:



Bezaubernde Winterlandschaft am Mount Seymour:



Christoph ist sichtlich erfreut über seine neuen Schi:



der Vogel, der Nebel und ich...



Inukshuk - das Stoamandl der native People:



Yeah - schifoan!


Samstag, 21. März 2009

Eiger Nordwand

"Die Verhältnisse sind die nächsten paar Tage perfekt", ertönte Flo´s Stimme - mit freudigen Unterton, aus meinem Handy und so kutschierten wir bereits am nächsten Tag Richtung Grindelwald. Mit gemischten Gefühlen stiegen wir am Mittwoch um ein Uhr Früh in die Wand ein.
Es war schon ein besonderes Gefühl alle diese Passagen zu klettern an welchen so viel Geschichte geschrieben wurde. Auch die Bedingungen boten uns immer wieder neue Unterhaltung, anfangs hieß es spuren im Schnee, später mussten wir im Schnee wühlen und zum Schluss verursachten die nicht enden wollenden Eisfelder bei uns einen anständigen sogenannten "Wadlbrena".
Ein traumhaft ausgesetztes Biwak und der Abstieg im Nebel ließen so richtig die Nordwandgefühle hochkommen, ehe wir nach zwei Tagen wieder in der kleinen Scheidegg ankamen. Eins ist sicher, der Eiger wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Montag, 16. März 2009

Hönö

11 Uhr: geplante Abfahrt nach Hönö zum Bouldern

12 Uhr: Polizeistation in Göteborg. Sollte ich dem netten schwedischen Polizisten vielleicht sagen dass ich nicht ewig Zeit habe weil ich noch bouldern will??? Besondere Kennzeichen der gestohlenen Jacke? Fettflecken und sehr dreckig! Um Zeit zu sparen sage ich lieber "keine" und um ein vielfaches schneller als in Österreich verlasse ich den Posten.

13 Uhr: endlich los nach Hönö

Das dritte Mal innerhalb kürzester Zeit fahre ich mit der Fähre nach Hönö, zum ersten Mal blendet mich dabei die Sonne und nicht nur deshalb, weil sie mir die Sonnenbrille aus dem Auto gestohlen haben, sondern weil schönstes Wetter ist.
Erstmals kann ich dort so richtig viel klettern. Die extrem glattgeschliffenen sind wirklich sehr speziell zu klettern. Spass machen tuts allemal und beim zurückfahren habe ich schon wieder fast vergessen dass irgendwer in mein Auto eingebrochen ist.

Montag, 2. März 2009

Hirlatzhöhle!

Mitte Februar erkundeten Flo Dertnig und ich unter der Führung von Peter Seethaler und einem Filmteam die Hirlatzhöhle. Gefilmt wurde ein englisches Caving Team, welche in der Sahara (eine große Halle 10 km im Berg) einen Tauchgang durch einen 80m langen Siphon durchführten. Die Hölenexpedition dauerte 5 Tage und bescherte uns eindrucksvolle Erlebnisse, doch waren wir alle glücklich als wir das Tageslicht wieder sahen.
Die Hölenforscher entdecken Caveclimbing = vielleicht ein neuer Trendsport?

Schwedische Trainingsreize

Da die schwedische Westkueste wieder einmal von winterlichem Wetter heimgesucht wurde gibt es vorerst einen kleinen Einblick in das Bouldertraining von hier. Die tägliche Frage, vor meiner Haustuer rechts (Kletterhalle) oder links (Uni) zu gehen, stellte sich in den letzten zwei Wochen gleich gar nicht - es gab mitten unter dem Semester keine Vorlesungen. Auch schön, deshalb ab in die Kletterhalle! Der Boulderbereich hier ist riesig und jeden Mittwoch wird ein Wandbereich umgeschraubt. Mittlerweile bin ich schon der Testkletterer fuer einige der Routenschrauber geworden und die offenen Projekte der hiesigen Kletterer minimieren sich ständig. Genauso gut wie der Boulderbereich ist auch der Trainingsbereich mit Campusboards, Systemwände, Griffboards, Klimmzugstangen usw. Dementsprechend intensiv fällt dass Training dann meistens auch aus.