Sonntag, 1. Juni 2014

Die grüne Insel

Grüne Wiesen soweit das Auge reicht, unzählige Schafe, kleine Orte mit vielen Pubs, Leprechauns und irische Musik, Cidre, schroffe Klippen, sanfte Hügel und freundliche Einwohner. So viel Gutes habe ich schon über Irland gehört - und doch habe ich es noch nie geschafft, die Insel zu besuchen. 
 Der Grund dafür? 1. "Da regnet es doch immer!" und 2. "Do gibt´s nix gscheits zum Kraxln." Schneller als gedacht waren die beiden Probleme gelöst - Regenhose, Regenjacke und Regenschirm wurden eingepackt und statt dem üblichen Kletterurlaub wurde ganz einfach ein Urlaub gemacht.
Irland hat meine Erwartungen mehr als erfüllt. Die Landschaft ist einmalig und wunderschön -  einsame Hügellandschaften, in denen idyllische Orte liegen, malerische Burgen und Ruinen sowie Sandstrände haben unseren Urlaub sehr abwechslungsreich gemacht. Neben Wanderungen (sogar der höchste Berg von Irland wurde erklommen!) standen auch Städtebesichtigungen, Pubbesuche und ein Ausritt am Strand am Programm. Sogar das Wetter war optimal: Nachdem wir einmal den irischen Regen testen konnten und waschelnass wurden, war das schlechte Wetter vorbei und wir badeten sogar im Atlantik!
Bemerkenswert ist auch die Freundlichkeit der Iren und ihre äußerst entspannte Einstellung zum Leben. 2 Lebenweisheiten haben wir in dieser Woche von den Einheimischen gelernt:
1. Rules are flexible.
2. Do what you want. Nobody cares! (Wird besonders in Bezug auf Nr. 1 angewendet!)
 Zum Abschluss gibt es noch ein Zitat von dem berühmten Iren Oscar Wilde:
 So true!

Wandertag


Alles nass. Also wandern. Rauf entlang dem drahtversicherten Schnellaufstieg auf die Drawa, dann weiter die Überschreitung. Plötzlich piepst es. "Habt ihr was geplant heit? Angesichts der Nässe heit eh nur Heim oder a Wanderung." Ja, auf einer Wanderung sind wir schon! Schnell Seppi anrufen, ob er nachhirschen will oder uns von der anderen Seite entgegen kommen will. Das weiß er noch nicht, er isst mal was...

12:10 "Fahr jetzt los. Dann Christl, Schatzwand und Richtung Osten." Super, war Christophs Antwort. Wir lassen die Drahtseile hinter uns, das Jausenbrot gibts erst am wirklichen Gipfel.

12:59 "Sind am höchsten Punkt der Drawa."
13:00 "Ok. Bin grad am Anfang vom Jagersteig. Warts eh schnell!"

Weiter gings. Zu sehen gab es viel nassen Fels, Muffi-Hintern, Christophs schönsten Vogel in seinem Leben, noch mehr nassen Fels. Nein, da einbohren lohnt sich einfach nicht bei dem Zustieg. Dann piepst es wieder. "Bin am Grat", schreibt Seppi. Dort haben wir ihn dann auch schon von Fern gesehen. Da freut man sich sehr, wenn der Seppi entgegenkommt, der noch dazu das Auto auf der richtigen Seite geparkt hat!

hui das ist aber noch weit

das zweite Drachenloch (von mind. 4)

da müssen wir noch rüber

Wo ist Seppi??


Schatzwand

doch nu eigwassert





Sonntag, 18. Mai 2014

„All in“ und mehr

"Heard the rumour that somebody has climbed the arête“ – an diesen Satz aus dem Rocklands-Boulderführer musste ich jedesmal denken, wenn ich bei meinem Projekt in Bad Ischl ankam. Lange Zeit konnte ich mir nicht vorstellen, diese überhängende, 25m lange Kante zu klettern. Vor 15 Jahren wurde diese Linie scheinbar von Peter Thaler erstbegangen, danach brach an der einzig guten Rastposition ein Griff aus und die Linie wurde mit einem direkten Ausstieg versehen. Seither wurde die Tour oft von starken Kletterern der Salzkammergut-Szene probiert, doch alle verließen die Kante mit herabhängendem Kopf – zu anhaltend, zu oft nass, zu wenige Rastpositionen, zu wenig Reibung.
Ich schenkte der Linie jedes Mal beim Vorbeigehen einen kurzen Blick, doch es schien zu utopisch sich an dem Projekt zu versuchen. Letztes Jahr tastete ich mich dann zum ersten Mal die Kante hinauf, putzte, probierte und optimierte. Heuer kam ich schließlich zu dem Punkt, an dem ich meinte, die Linie irgendwann in meinem Leben klettern zu können. Das Pendel zwischen Unmöglich und Machbar hatte ausgeschlagen und mir ein neues Ziel gegeben! Jetzt hieß es alles geben: im richtigen Moment stark sein, Bolts nur spärlich klippen, verrückte Toehooks hinzaubern, weiterklettern mit grausamem Pump und ja nicht an die weiten Abflüge des letzten Versuchs denken. Anfang April passte dann endlich alles zusammen, der Durchstieg gelang und das Salzkammergut ist um eine neue, alte Tour reicher. Der Name „Projekt“ kann nun aus den Kletterführern gegen „All in“ getauscht werden. 
Photo: Claudia Ziegler


Photo: Claudia Ziegler
Weiters gelang es mir noch ein paar weitere Projekte von meiner Liste zu entfernen:

Schon im letzten Jahr flüchtete ich öfter nachmittags aus der Arbeit, um zu einem namenlosen Highball in Adnet und dem Statikus am Pass Lueg zu fahren. Der Highball ging recht schnell in die Knie – sogar zu schnell, um Spotter oder mehr Crashpads herbeizuschaffen. Der Statikus wehrt sich generell sehr gegen Kletterer und so konnte ich diesem Klem-Boulder schätzungsweise 15 Jahre nach der Erstbegehung eine Wiederholung verpassen.
Photo: Claudia Ziegler
Beim High Noon im Maltatal schaffte ich es endlich den rechten Fuß auf den guten Tritt zu stellen. Der Durchstieg ließ dann nicht mehr lange auf sich warten.

Freitag, 2. Mai 2014

Yosemite Style


Christophs "neuer" Haul Bag wurde noch nicht viel gehauled und sieht noch viel zu neu aus. Etwas Regen war angesagt, also gleich rein in die regensichere Urtyp. Ist ja auch eine sehr schöne Linie! Klettern mit freiem Rücken - stattdessen haulen - soll ja das frei klettern fördern; bei der Urtyp ist das aber eine andere Sache, also wurden gleich Leitern und andere technische Unterstützung eingepackt.


in der 1. SL ist alles noch easy ohne viel Luft unterm Arsch

"früh" übt sich wer im Yosemite klettern will

frei hängend ist viel besser, als am Kalk schrammend

traum SL im oberen Teil der Ostwand

nostalgisches Wandbuch - Respekt den Erstbegehern

die Fotografin hat sich auch auffigrauft



Mittwoch, 23. April 2014

Lyngen

Mit meinem letzten Post hab ich den Winter wohl ein bissl verschreckt, weil so richtig ist er dann doch nicht mehr gekommen. Jetzt weiß ich aber zumindest wo er noch sein unwesen treibt, nämlich nördlich des Polarkreises. Alles in allem war es eine Reise zurück in den Februar mit Schneestürmen, aber auch zum Teil frühlingshaften Skibedingungen. Die Fotos geben leider ein etwas verfälschtes Bild wider, da sie meist bei Schönwetter geschossen wurden, welches sich aber auf wenige Stunden beschränkte (ca. 10h in 10 Tagen). Dafür gabs gute (und stabile) Schneeverhältnisse - wer ausser japanische Touristen braucht den schon eine gute Aussicht :-)
Der Rückflug hat sich ziemlich verspätet, weil der Schneepflug zuerst die Startbahn freimachen musste ...  irgendwie schon komisch dann im Sommer zu landen...






Mittwoch, 2. April 2014

Winter, Frühling und Sommer. Alles an einem Wochenende

Dieses Jahr war nicht so ganz der Vorbildwinter könnte man sagen. Ausreichend Schnee gabs meist nur aus der Kanone und ich blicke in Summe auf stolze 0,0 Skitouren zurück. Bedauerlich, bleibt zu hoffen, dass sich damit noch kein allgemeiner Trend abzeichnet.

Soweit zum Winter. Weil es das noch nicht gewesen sein kann und man aus dem birkenpollenverseuchten Stuttgart raus muss, haben wir uns für ein entspanntes Wochenende in den Schwarzwald zurückgezogen. Zum Skifahren, natürlich.



Wie man sehen kann gehts da auch nimmer recht lang, aber der eine oder andere Schwung war schon noch drin. So waren wir zumindest auch mal mit den Skin auf dem höchsten Berg in BW. Nennt sich Feldberg - für alle die im Quizduell mal gefragt werden.




Nach gekonntem Saisonabschluss bietet es sich am zweiten Tag an, direkt aufs Bike umzusteigen. Ein paar Höhenmeter tiefer steht dem nichts mehr im Weg. Vom Titisee gings in Richtung Feldbergsee und über das Skisprungmekka Hinterzarten zurück zur Basis...



... um gleich auch noch die Badesaison zu starten. Hat zwar gedauert, aber rein sind wir dann doch noch. Leicht frisch kann man sagen, vermutlich etwas Schmelzwasser drin.



Natürlich war das Wochenende auch noch Genuss angesagt. Neben "gesunder" Ernährung gabs natürlich was ganz was feines. Weißbier - wohlgemerkt fast billiger als der Cappucino - und selbstverständlich eine Schwarzwälder Kirsch.


In diesem Sinne, wer braucht schon den Frühling, der Sommer ist da.

Montag, 17. März 2014

Erster Post im Netz

 Lange hat es gedauert, nun ist es aber soweit. Wer sich nun wundert, was das ist - netsomover - dem sei gesagt, es hat nichts  mit Spinnen oder Internet zu tun. Hiermit also mein Debütpost:

Nach der uns aller bekannten heurigen desaströsen Schneelage in den nördlichen Alpen, fiel der Entschluss, die umso bessere Schneelage, nach Überquerung des Hauptkammes gen Süden, zu nutzen.

Super Idee, möchte man meinen, jedoch hatten die Idee noch einige mehr Nordländer, sodass sich die Unterkunftsuche schon entsprechend schwer gestaltete. Zum Glück konnten wir schlussendlich doch noch eine Bleibe in einem der 60er Jahre angelehnten Zimmer ergattern.

Nun aber zum Touring:

Tag 1 im immer-noch-winterwonderland hielt traumhaftes Wetter für uns bereit.


Haatsch

Nach einem über 1h Talhaatsch, ging es dann flott dahin.

geht dahi

gipfi

Erster Tourentag somit gleich Volltreffer. Auf der gesamten Tour kein Mensch gesichtet. Lediglich am Gipfel gabs kurz Menschenkontakt, die jedoch von der Südseite aufstiegen.

yeah baby yeah


Bei der Abfahrt alles dabei. Von Powder, über Firn, bis Harsch. Komplett fertig schleppten (skate-versuchten) wir uns aus dem Tal heraus. Endlich beim Wirtn und kaum noch der deutschen Sprache fähig, war  mein Kommentar: "oida, morgen kann i nur mehr was gmiatliches gehen."



Nach nachmittäglichen Powernap mit anschließenden Nudelsnack beim Italienausflug, wurde erstmalig noch der Kontakt zu den Eingborenen in der in-dicso in Silian gesucht.

Die danach noch ausstehende Tourenauswahl gestaltete sich ca. folgendermaßen: "oida, wenn ma scho da sind, gemma was gscheids, ka pensionistentour". Gesagt, getan, der Gölbner und somit die schwerste und längste Tour aus dem Führer, stand auf dem Programm.

rinn



Chris voller Vorfreude vor Abfahrt bei der Rinne: "mei, wird des geil". 1. Schwung und schon sind beide Ski auf dem Weg ohne Fahrer runter... Armer Chris, musste somit zu Fuß den mühsam erkämpften Weg bewältigen. Naja, der Rest der Abfahrt hat trotzdem noch mehr als entschädigen können.

symbolbild


Was soll man sagen, Traumtour N°2. Wieder absolut einsam, mit perfekten Bedingungen auf der gesamten Tour! 1. Menschenkontakt bei der Bergstation der Rodelbahn "wir san a gosthaus, kumts her". Somit gab es gleich ein welcome-Bierli für uns und erfuhren, dass beim heute gerade zu Ende gehenden Triathlon (Skitour, Zipfelbob, Langlaufen) der beste Tourengeher 250 hm in 12 min packte ("oida...").


Zum Abschluss der Tourentage noch einmal über die Grenze zum Pizza essen und dann mit einem Grinser zurück nordwärts in die regnerische Heimat, was unserem Glücksgefühl kein bisschen anhaben konnte.


Hm ok, scheinbar relativ viel Text geworden beim Beitrag... Vielleicht noch eine kurze Zusammenfassung, wenn sich das Ganze wer nicht antun möchte:

- netsomover = ebnerbua = 1. post am blog
- 2 tage skitouren osttirol <> büro huckn
- 2 fast 3000er, 1,35 k und 1,5 k hm
-  saugeil, dass besser net geht
- osttiroler net zum verstehen (=tödliche mischung aus kärtner- und tirolerisch)
-  heute montag arbeiten = absolute hölle
- skitouren geiler ois biken (fragts mi aber in am monat no moi :) )

Samstag, 8. März 2014

Schöne Tage

Schöne Tage habe ich verbracht in letzter Zeit.

Zum einen eine lange, anstrengende - aber umso lohnendere Skitour auf das Schwarzeck bei Tweng letzte Woche mit Daniel.

 
Zum anderen ist die Grauzone keine Grauzone mehr für mich. Schön war's heute im Rettenbachtal mit Tom.

Donnerstag, 30. Januar 2014

Winter is back!

Vor einer guten Woche waren die Ski noch unter einer dicken Staubschicht begraben, der Pelzmantel war auch noch im Schrank und die längerwerdenden Tage vermittelten das Gefühl, dass wohl gleich mal der Sommer ansteht. Aber wer beschwert sich schon, wenn man im Jänner kurzärmlig Klettern gehn kann? Die Projekte bleiben allerdings weiterhin ein Problem. Zumindest der Winter hat uns dann doch nicht ganz vergessen. Erst wenn man mal wieder bei strahlendem Sonnenschein durch unberührten Pulverschnee schwebt weiß man wieder was man vermisst hat. Hoffentlich bleibts nu a Zeitl so!