Montag, 1. August 2016

Pokemon Go auf mondseerisch

Das neue Handy-Spiel mit den komischen kleinen Figuren ist derzeit in aller Munde. Endlich gehen die Menschen wieder ins Freie und verbringen nicht das ganze Wochenende vor Computer und Fernseher, tönt es von allen Seiten.
Auch der AV Mondsee nimmt seinen Erziehungsauftrag ernst und hat das neue Spiel "AV Mondsee Go" ins Leben gerufen. Hier müssen die Mitspieler zuerst ein Team aus motivierten Bergfexen zusammenstellen um anschließend gemeinsam mit diesem ordentlich Höhenmeter zu überwinden, Geselligkeit bei Hüttenabenden zu zelebrieren, Teamfähigkeit am Seil zu beweisen, Ausdauer bei Gletscherquerungen zu zeigen, Höhenängste zu überwinden und Gipfelsiege zu feiern. Ein höchst anspruchsvolles Spiel, wie man sieht.
10 Testspieler fanden sich am Freitag im Wildgerlostal ein und machten sich an den abwechslungsreichen Aufstieg zur Zittauer Hütte, wo der Abend gemütlich ausklang. Am Samstag starteten alle hochmotiviert Richtung Gletscher los - bei dem steilen Anstieg wurde uns schnell warm. Am Gletscher hieß es dann "Anseilen!" und in 2 Seilschaften stapften wir über die "Glatze" bergwärts. Nach einer kurzen und spannenden Kletterei war der Gabler (3.263 m) erreicht!

Während sich eine Truppe an den Abstieg machte, Spaltenstürze übte und Gletscherrodeln praktizierte, stapfte Trupp 2 weiter und erreichte bald darauf den Gipfel der Reichenspitze (3.303 m).






Die Motivation war ungetrübt, die Sonne lachte vom Himmel und die Beine waren auch noch nicht müde genug, also wurde beschlossen, die Tour noch ein wenig zu erweitern. Nach einer angenehmen Gletscherquerung und abermaliger Felskletterei standen Christoph, Maxl, Norbert und Manfred auf der Wildgerlosspitze (3.280 m), während Birgit das Kuchelmoos (3.214 m) erklomm. Nun beschlossen wir, uns doch zufrieden zu geben und uns auf den Heimweg zu machen um pünktlich für Kaffee und Kuchen wieder in der Hütte zu sein. Ruckzuck ging es daher über´s Zillerkees um von dort ins Keeskar abzusteigen. Doch so leicht wurde es uns nicht gemacht - eine aufwändige Abseilaktion, unwegsames, verblocktes Gelände und ein steiler Anstieg in die Keeskarscharte kosteten uns Zeit und viel Kraft.

Die Hütte schon fast in Sicht, trotteten wir bergab, das Gewitter im Nacken, das uns mit einer ordentlichen Dusche doch noch am Rande erwischte. Ein herrlicher Regenbogen gab uns genug Energie, um den letzten Anstieg zur Hütte zur überwinden, wo wir gemeinsam mit den anderen "AV Mondsee Go"-Spielern den Abend ausklingen ließen.

Am Sonntag ging es dann wieder zurück ins Tal und in den Alltag - in Gedanken werden wir aber noch oft auf den Gipfeln dieser tollen Tour verweilen.

Danke an Seppi und Christoph für die Programmierung des spannenden Spiels "AV Mondsee Go"!

Montag, 18. Juli 2016

Sommerzeit ist Bergzeit

Während wir letztes Jahr schon Anfang Juni der Hitze kaum mehr entkommen konnten, ließ der Sommer heuer ganz schön auf sich warten. Jetzt ist er aber da, wie wir bei unserer Tour auf das Rotgschirr eindeutig erkennen konnten.
Dank frühem Start (Tagwache war um 5 Uhr - und das an einem Wochenende!) konnten Maxl und ich uns vor der Sonne noch einige Stunden lang verstecken und den Aufstieg vom Almsee aus im Schatten genießen. Ab dem Röllsattel gab es dann kein Entkommen mehr und wir bekamen die sommerlichen Temperaturen so richtig zu spüren. Trotz verlorener Höhenmeter, müder Beine und großer Hitze erreichten wir gegen Mittag den Gipfel, der uns alle Anstrengungen vergessen ließ.
Nach dem die 1700 hm auch bergab überwunden waren, konnten wir uns im kühlen Nass des Almsees so richtig austoben - eine tolle Tour!

Dass es auch im Sommer Winter werden kann, stellte ich eine Woche später fest. Unter der kompetenten Leitung von Happymover und Unmovedmover ging es gemeinsam mit Rockmover und 4 weiteren Bergfreunden auf den Dachstein. Der Aufstieg zur Adamekhütte fühlte sich für jeden von uns durch den Regen und die schlechte Sicht zwar länger an als er war, doch das tat der guten Stimmung auf der Hütte anschließend keinen Abbruch.
Trotz Nebel und Schnee wurde am Samstag der Gipfelversuch gewagt. Christoph und Seppi wechselten sich beim Spuren ab und alle anderen stapften brav hinterher.

Nachdem Wind und Neben mit der Höhe leider immer stärker wurden, wurde die obere Windlucke kurzerhand zum Gipfel erklärt. Schade, aber ein Abenteuer war es allemal!

 

Montag, 11. Juli 2016

Die Gegend erkunden

Keiner scheint mehr zu Klettern, zu Wandern oder Bergzusteigen. Vielleicht ist die Hitze daran Schuld, aber jedenfalls tut sich auf dem Blog nichts mehr. Deshalb mal was ganz Neues: Laufen.

Ich hab mir vorgenommen die Wege und Forststraßen der Umgebung zu Erkunden und deshalb habe ich mich heute Vormittag aufgemacht Drachenwand, Schatzwand und Schober zu Umrunden - von Mondsee aus und über den Almkogel versteht sich.

Hat dann doch ziemlich ausgegeben. 22,6 km; 3:26 h; 920 hm

Genaue Runde (per GPS am Handy geht das)


Eibensee

Noch wenig fertig

Google Maps hat mir versichert, dass die Forststraße durchgehend ist. Ich musste schlussendlich doch ein paar hundert Meter solch ein Gelände queren.

Sehr fertig am Balkon

Donnerstag, 16. Juni 2016

Bouldern in Australien & die 3 wichtigen Fragen eines Klettertrips

Dass in Australien vieles anders ist als daheim war uns bewusst – Winter im Sommer und umgekehrt, Nordwände, die nicht die ungemütlichen Eigenschaften einer Nordwand aufweisen, Tiere, die sich hüpfend fortbewegen und von Autos magisch angezogen werden und solche, die mit ihrer Dosis Gift scheinbar 218.000 Mäuse töten können. Eines war aber bei unserem Bouldertrip in die Grampians und bei unserer Reise durch Down Under ganz genau wie bei anderen Kletterreisen auch: Die 3 essentiellen Fragen eines Klettertrips sind immer dieselben. 
WO SCHLAFEN WIR? Nachdem wir es endlich doch noch geschafft haben, die unendlich hohe Kaution für das Mietauto zu hinterlegen, erwies sich der angemietete Campervan als fahrbares Luxusheim. Unsere Reiserouten hatten wir vor dem Start nur ungefähr festgelegt – sightseeing in Melbourne und Jetlag ausschlafen, bouldern im Grampians National Park, Fahrt entlang der Great Ocean Road und weiter bis Sydney und alles wieder retour zu den Grampians – mit dem Camper kein Problem und noble Übernachtungsplätze fanden sich immer. Australien ist groß genug um überall seinen Camper hinzustellen und keinen zu stören. Wird man doch einmal von einem Security mitten in Sydney in der Nacht aus dem Schlaf gerissen und vertrieben, so hilft einem dieser sogar danach einen passenderen Schlafplatz für die Nacht zu finden. Ungewohnt sind die sehr begrenzten Öffnungszeiten von Tankstellen am Land, da kann es schon mal passieren, dass man einen ungeplanten Übernachtungsstopp einlegen muss um nicht mit leerem Tank mitten im Nirgendwo zu enden.
 WAS ESSEN WIR? An australischen Schmankerln, die unseren müden Körper nach einem anstrengenden Klettertag wieder auf Vordermann brachten, fehlte es keinesfalls. Kängurusteak, Vegemiteroll, Rotwein, richtig reife Avocados en masse,… - what’s not to like about that?
 WO BOULDERN WIR? Mit Abstand die schwierigste der 3 Fragen, da der Südosten von Australien eine luxuriöse Auswahl an gutem Sandstein zu bieten hat. Der nördliche Teil der Grampians ist nach dem Buschfeuer von 2014 nun wieder zum Klettern geöffnet. Die Gebiete rund um den Mount Stapylton und den Hollow Mountain sind überschaubar aber beinhalten eine Unmenge an schwere Linien an super Fels und in wunderbarem Umfeld. 20 Meter Boulder im Höhlendach wie in der Hollow Mountain Cave oder Auflegerboulderei an den wellenförmigen Formationen des Kindergartens sind einzigartig. Als Alternative boulderten wir in Buandik, wo vor allem die harten Linien überwiegen.
Denkt man bei Sydney nur ans Opernhaus, die Harbour Bridge und Hochhäuser, so täuscht man sich. Innerhalb der Stadtgrenzen ist bester Sandstein zum Auspowern zu finden. Weniger steil als in den Grampians, aber von bester Qualität. Die von uns besuchten Gebiete Frontline, Trenchies und Sissy Crag lassen durch das Geschrei von Kakadus und Papageien ganz vergessen, dass man sich mitten in der Stadt befindet.
Ein Zwischenstopp am Weg von Sydney zurück in die Grampians führte uns noch in die Black Range im Hinterland von Canberra. Zur Abwechslung gibt es hier Graniteier, die versteckt im dichten australischen Wald liegen.
 
 

Nachdem es uns bei diesem Klettertrip so leicht viel, alle 3 wichtigen Fragen tagtäglich optimal zu beantworten, genossen wir die Zeit in Australien unglaublich und der Monat verging wie im Flug. Wer das unkomplizierte Reisen und geniale Sandsteinklettereien genauso liebt wie wir, dem sei ein Urlaub in Down Under wärmstens empfohlen!

Donnerstag, 2. Juni 2016

Kaylana Mitra

From time to time, you surprise yourself by floating up a vertical sea of rock.

Freitag, 13. Mai 2016

One more time

Diesmal aber wiiiirklich der allerallerletzte Skitourenbeitrag am Blog für diese Saison. Die Tour war eh schon mit Liebhaberbedingungen bzw. Bedingungen für vollkommen Verrückte verbunden. Das bedeutet: eine gestandene Biketour mit schwerem Marschgepäck als Aufwärmprogramm, dann eine schöne Frühjahrsskitour mit Wahnsinnspanorama und Firn. Zum Abschluss dann noch Schuachsuachn im Latschenalbtraum als endgültiges Vernichtungsprogramm. Fein wars trotzdem.



Montag, 18. April 2016

oa moi gehts no leicht

Nachdem das Tourenwochenende in Rauris aufgrund nicht optimaler Bedingungen zwei Mal verschoben werden musste, wurde es für dieses mal, bei auch nicht 100-%ig angesagten perfekten Bedingungen, durchgezogen. Das "nicht perfekt" zwang uns auch am ersten Tag aufgrund eines massiven Fönsturms zum Abbruch der Tour 100 hm vor dem Gipfel.



 
Für Sonntag waren fast idente Bedingungen angesagt. Somit piff der Sturm auch unbarmherzig ohne Unterbrechung weiter, sodass sogar die Nachtruhe auf der Hütte darunter litt. Aber nicht nur die Nachtruhe, sondern auch die Motivation. Für Sonntag war nämlich das Highlight Ritterkopf geplant. Der Gedanke des Schicksals des ersten Tages war allgegenwertig.


schön wars eh, nämlich schön windig. :)


Trotzdem starteten wir mit dem Auto zeitig von der Hütte hinunter zum Ausgangspunkt, um dann wieder eine gute Stunde zum Schnee zurück zu marschieren. Wie durch ein Wunder hat uns dann der Wind halbwegs verschont, der Ritterkopf als fast einziger der Tauerngipfel ohne Bewölkung. 
 
Was kann man sonst noch sagen... Vielleicht, so wie es der Hüttenwirt gesagt hat: "da ritter is nix für luschis". Oder: unglaublicher, perfekter Skiberg mit null verschwendetetn Metern (1800 hm auf 5 km). Oder einfach: f*in classic! :)

 
 

Dienstag, 29. März 2016

Innergebirgs-Poker

Trotz prognostiziertem Schlechtwetter starteten unmovedmover und netsomover Samstag morgens im Regen los Richtung innergebirg mit Ziel Imbachhorn. Leider war es auch dort, entgegen unserer Erwartung, noch komplett zugezogen mit leichterm Regen. Von den locals hatte sich auch noch keiner aus dem Haus getraut, sodass es für uns zum Spuren wurde. Anfangs gestaltete sich das aufgrund der Sichtbedigungen auch gar nicht so leicht, sodass Nebel und Schnee teilweise zum Spur anlegen nicht unterscheidbar waren.

erstes sonnenfenster, juhu



Oben riss es dann auf, und die imposante, bekannte Tenn Nord wurde sichtbar und erinnerte an unser fast genau auf den Tag 1 Jahr anniversary.

fette lawine war schon herunten..
 Auf ca. 2300 m war uns die Situation für den Gipfelanstieg über den letzten Hang dann aber zu haarig (Wumm-Geräusche, Riesenwächte und gut eingweht darunter). Somit wurden ein bisschen früher als geplant Seppls neue Powder-Latteln eingeweiht und bescherte uns auch ohne Gipfel eine traumhafte, komplett einsame Tour auf einen super Skiberg!



netsomovers Pinzgau-Aufenthalt wurde noch mit einem Schmitten-Skitag und einer gemütlichen Tour auf die Schwalbenwand gebührend verlängert.

imbachhorn über natis kopf, beschützt vom hohen tenn