Montag, 15. Juli 2013

Ein Wochenende beim Kaiser

Lange mussten wir uns dieses Jahr gedulden bis sich das erste Wochenende mit brauchbarem Alpinkletterwetter auftat. Da muss natürlich gleich was Klassisches her. Zum Wilden Kaiser solls gehen in die Gegend von Fleischbank und Predigtstuhl.
Für den Samstag bietet sich die Dülfer in der Ostwand der Fleischbank an. Fels vom Feinsten und abwechslungsreiche Kletterei begeistern uns durchwegs. Nachdem die Route inzwischen mit gebohrten Ständen und einer handvoll neuer Zwischenhaken ausgestattet ist, brauchen wir uns auch nicht so zu fürchten. Die Tour hat alles was ein Klassiker braucht!
Nach einer herrlichen Biwaknacht im Kar freuen wir uns am Sonntag über den kurzen Zustieg. Auch den wollten wir noch abkürzen und kletterten ein paar Seillängen durch überaus brüchiges und schwer absicherbares Gelände zum Einstieg der Westkante (Type III fun). Die Tour lockt mit guter Kletterei und meist genialem Fels. Am Gipfel wurde nicht lange geweilt - es steht ja noch ein langer Abstieg bevor.
Fazit: Wer sich in alpinen Touren wohlfühlt, der ist hier genau richtig. Keile und Friends dürfen nicht fehlen und Zu- und Abstiege sollten nicht unterschätzt werden. Unsere Touren waren gut abgeklettert, aber so manch ein Griff ist immer noch brüchig.
Ziele warten noch genug: wir kommen wieder!

Fleischbank Ostwand

Sichtlich begeistert!
 
Feinster Fels. Das Schild markiert übrigens die "Dülferstraße".

In den Ausstiegsrissen muss man sich nochmal kräftig anhalten.

Juhu! Gipfel erreicht.

Predigtstuhl Westwand im Hintergrund - unser Ziel am Sonntag.

Westkante am Predigtstuhl.

Schon fast oben.

Der Abstieg ist auch landschaftlich ein Genuß.

Links Predigtstuhl, rechts Fleischbank, dazwischen unser Biwakplatzl.

Freitag, 12. Juli 2013

Mal was langes klettern...

..., das war unser Vorsatz als ich mich mit Seppi beriet was wir während der nächsten schönen Tage machen sollten. Ein paar Touren wurden erwägt bis "Kaffee und Kuchen" ins Gespräch kam. Wir haben beide noch ein bissl überlegt und recheriert ob wir uns diesen 29 SL Bracker zumuten können, bis die Sache mit einem "do wer ma scho aufi kema" beschloßen war.

Dienstag um punkt 4 Uhr sitzen wir in Seppis rotem Flitzer, der uns zum Traunstein bringt. Der Zustieg ist schnell hinter uns, obwohl wir so schwitzen, dass wir uns nicht mehr sicher waren, ob unsere Hydrationskur der vorangegangenen 24 h wirklich die richtige Entscheidung war.

Anfangs kommen wir richtig schnell voran: Nach 3.5 h haben wir die Hälfte der SL hinter uns, aber die eigentlichen Schwierigkeiten kommen noch. Unser Fortschritt hat sich auch dementsprechend verlangsamt. Gegen Ende der Tour mussten wir auch extensives "French Free"-ing in unsere Trickkiste aufnehmen um Kräfte zu sparen.

Gefreut haben wir uns aber schon gscheit, als wir nach 10 h ausgestiegen sind. Ist sich mit einem einsetzenden Krampf in der letzten SL auch genau ausgegangen.

Außergewöhnliche Tour mit Traum-SL (aber auch nicht so tollen) und einiges an Abwechslung. Aber ob ich mir den Abstieg vom Traunstein nochmal antue, weiß ich wirklich nicht.

Durchwegs herrliche Aussicht war zu genießen

Letzte schwere SL vor der 1. Brotzeit

Seppi schaut schon mitgenommen aus. Mit dem Trinken kam er an dem Tag nicht nach...
Nurmehr eine SL

Montag, 8. Juli 2013

Silvretta - ein Denkanstoß



 
Es gibt Demonstrationen gegen Wasserkraftwerke, Unterschriftenlisten gegen Windräder, Volksbefragungen gegen Staustufen. Auf der anderen Seite wird, ohne groß darüber zu reden, ein Schigebiet nach dem anderen in die Berge gefräst. Liftstationen, Seilbahnstützen, Zufahrtsstraßen und Schihütten prägen viele Landschaften dort, wo es früher nur Wiesen, Wälder und Felsen gab. So toll ein gutes Schigebiet im Winter sein mag – im Sommer raubt es der Landschaft ihren gesamten Charakter.

Diese traurige Wahrheit wurde mir am Wochenende so richtig bewusst – bouldern in der Silvretta, darauf habe ich mich schon lange gefreut. Unzählige Felsbrocken liegen auf 2000 m Seehöhe in atemberaubender Landschaft herum und warten nur darauf, dass jemand kommt und sich von ihnen die Haut von den Fingern schaben lässt. Steht man nach erfolgreicher Anstrengung am Felsen oben, so lässt man den Blick zufrieden durch die Gegend streifen und saugt die einmalige Landschaft in sich auf. Links Berge und Täler soweit das Auge reicht, rechts das Schigebiet. Das ist der Zeitpunkt, an dem einem die zerstörenden Eingriffe der Menschen richtig bewusst werden.

Die Silvretta ist noch immer eine wunderbare Gegend, die mich sicher noch öfter sehen wird. Die Bilder des Schigebietes im Sommer und dessen Auswirkungen auf die Natur werde ich aber immer im Hinterkopf behalten – und im Winter bestimmt die eine und andere Liftkarte weniger kaufen.

 

Montag, 24. Juni 2013

Hörndl. Lang ist es her...

..dass ich hier was posten konnte. Vermutlich aber ebenso lang ist es her, dass sich die Sonne mal ein paar Tage hintereinander zeigte. Und zu lange war die letzte richtige Bike Tour vergangen. Angesichts dessen war es vielleicht nicht die Beste Idee, die Variante von Haustür zu Haustür zu fahren, aber totzdem wars eine herrliche Ausfahrt in der altbekannten Umgebung.


Natürlich musste ich Tobi eine lohnende Strecke in der Heimat zeigen, aber er fuhr immer mit  genügend Sicherheitsabstand vorweg und konnte die Schneestandsmeldung rechtzeitg an mich weitergeben.



Wetterglück, Apfeldstrudelglück und Dachsteinblick.


Und zu Belohnung der schöne Downhill, bis es brennt.


Ganz vedrängt hab ich die Fahrt heim, aber wir sind auch angekommen. Fünf Strunden muss man schon rechnen sagen die Experten. Ich sage man kann auch länger brauchen ;-)

Dienstag, 4. Juni 2013

Uns wuascht wonns regnt, mia foa onfoch weg

Wir befinden uns im Jahre 2013 n. Chr. Ganz Mitteleuropa wird vom Regen heimgesucht... Ganz Mitteleuropa? Nein! Ein von unbeugsamen Schweizern bevölkertes Tal hört nicht auf, dem Schlechtwetter Widerstand zu leisten. Das Leben ist nicht leicht für die Daheimgebliebenen, für uns jedoch umso schöner…

Vom Regen ging es erst mal in den Schnee am San Bernadino. Erstes Bangen kam auf.
Den Pass überwunden stieg das Thermometer auf angenehme 20 °C und die Sonne ließ sich das gesamte lange Wochenende im Tessin nicht mehr vertreiben.
Der letzte Tag im gar nicht so schattigen Schattental wurde noch in vollen Zügen genossen (wer schon mal hier war weiß, dass die Züge hier eine besondere Bedeutung haben) bevor wir der hochwassergeplagten Realität ins Auge sehen mussten. Nach vier Tagen abseits der Zivilisation wurde uns das Ausmaß der Tragödie erst bewusst, als wir vor überfluteter Autobahn standen und am Irschenberg übernachten mussten.

Freitag, 24. Mai 2013

Espagna - Klettern und mehr

Report unserer Spanienexkursion: Primär - für die meisten unserer Gruppen (darunter 2 motionrockers unter insgesamt 6 Personen) - als Kletterreise mit 1 Woche und abschließender Barcelona-Erkundungstour gedacht. Für mich dann nachfolgend ein Spezialpacket, dass es bisher so noch nicht am Markt zu buchen gibt: Irgendwie mit Rad und Zug heimkehren - "irgendwie" wohlgemeint: Ich hatte keinen genauen Plan, welche Route ich nehmen werde.

Zum Klettern: Spanien, genauer gesagt die Region um Lleida Nord hat so viele Felsen, dass Leute wie Mr. Sharma und Co nun dort wohnen. Erwähnenswert finde ich das Klettergebiet Rodellar, wo wir 2 Tage verbrachten. Dies ist wunderschön gelegen und mit Felsen gesegnet, die das Kletterherz höherschlagen lassen. Touren aller Schwierigkeitsgrade! Wir waren weiters noch in St. Anna und in Collegats. Bouldern auch - nämlich im schönen Sevassona (1 Tag).

Start mit viel Gepäck
 
Spanien ist dzt. sehr grün
Das Gegenteil von Sitzstart in Sevassona
Rodellar - Sektor Camino
Rodellar - Sektor Dolphin
Barcelona
Tapas....Hmm
Hias beim Bouldern, Hanno beim Topostudium
 
Rad - besser Zugkarte 
Warum mehr Zug als geplant: Man erkennt's am Bild. Es hat auf 1.300m heruntergeschneit...und viel geregnet - leider. Das nagt an der Motivation, vor allem, wenn einem der Regen dauernd im Nacken hängt.
Richtung Perpignan....kalt wars, aber interessant

Nachdem mich die Kathi so super in St. Gallen aufgenommen hat (DANKE!! - da wieder waschlnass) habe ich endgültig beschlossen, mit einer Bilanz von 320 km und 5 Tagen Resiezeit heimzukehren. Aber die muss man auch mal radeln - ich bin zufrieden.

Montag, 6. Mai 2013

Norwegenreport Teil 5

Auch hier im Norden ist es nun, mit etwas Fantasie schon fast frühlingshaft. Erste Blümchen sprießen, es schneit aber trotztdem noch ab und zu. Regelmäßige Regengüsse erschweren leider das Klettern etwas, dank gefühlten 180km/h Wind, trocknet es dann aber auch halbwegs schnell wieder auf. Da Hell zwar nicht (mehr) zugefroren aber abgesoffen ist, gings nach kurzer Felseingewöhnungsphase zum Trad - und Sportklettern in die weitere Umgebung. Die Gebiete sind zwar nicht riesig, aber der Fels ist richtig cool zu klettern und landschaftllich auch ganz ok.





Sonntag, 14. April 2013

Norwegenreport, Teil 4

Es ist zwar schon ein alter Hut, aber in den Osterferien gings für mich nach Romsdalen und Sunnmøre. Dort gibts gscheite Fjorde (u.a. Geirangerfjord) und Zinken, die das Herz höher schlagen lassen. Da es für die Norweger Tradition ist zu Ostern "på tur" zu sein, waren wir nicht gerade allein, mit ein wenig suchen konnte man aber schon noch seine eigene Spur in den Schnee ziehen.
Leider wurde die Reisekasse durch weiteren Materialverschleiß etwas belastet (siehe Bild).

Mit gespiegeltem Mondsee im Hintergrund :-)

Eine letzte Skitour konnte ich dann doch noch machen - dank Leihski vom Guido. Es gab eine offene Rechung zu begleichen und es halt einfach schön.



Bleibt wohl nichts anderes übrig als auf Klettern umzusteigen - die erste Session in Hell wurde leider durch Regen vorzeitig beendet, der Fels ist aber schon wieder lässig nach so viel Schnee und Eis.

Montag, 8. April 2013

Motion on the top

Dieses Wochenende stand ganz im Zeichen der Motion-Rocker: Überwältigende 55 % starteten los, um den höchsten Gipfel Österreichs zu besteigen. Die Auswahl der Teilnehmer wurde mit viel Sorgfalt getroffen:
Injurymover scheint man auf den ersten Blick auf keiner Tour dabei haben zu wollen, doch kann sein großes Wissen über Verletzungen und deren Vermeidung äußerst hilfreich sein. Sicherheitshalber wurde auch gleich Injurymover´s Nurse eingepackt – man kann ja nie wissen. Wenn es in die Berge geht, ist ein Rockmover notwendig, da führt kein Weg dran vorbei. Und wenn es in die ganz großen Berge geht, sollte man sicherheitshalber nie ohne Hardmover unterwegs sein. Damit scheint das Team gut ausgerüstet zu sein – aber halt! Wer will denn so ernsthaft los starten? Ein Wochenende ganz ohne Spaß und Fröhlichkeit? Sicher nicht! Happymover und Funmover werden natürlich auch noch in den Bus gesetzt und los geht die Fahrt!
 
Der Aufstieg zur Stüdlhütte am Samstag war rasch geschafft und der gemütliche Hüttenabend verdient. Die Wolkendecke war uns gnädig und verzog sich im Lauf des Abends ins Tal, sodass wir erste Blicke auf das gewaltige Panorama werfen konnten.
 
 
Am nächsten Morgen starteten wir voll motiviert zur Gletscherquerung – Felsen, Bergspitzen und Schnee ohne Ende! Rockmover entschied sich dann, seine Passion für Felsen hintan zu stellen und stattdessen die perfekten Abfahrtsbedingungen auszunützen, bevor andere Schifahrer die Chance hatten, eine Spur zu ziehen.
 
 
Die 5 anderen Motion-Rocker mussten die Schi nun gegen Steigeisen tauschen und machten sich an den weiteren Anstieg. Dazu sei nur so viel gesagt: Es war weit und steil und weit und lang und weit. Doch irgendwann war auch die Passage zwischen Klein- und Großglockner geschafft (unglaublich, wie viele Leute auf einen so schmalen Grat passen!) und wir standen pünktlich zum Mittagessen auf dem Gipfel! Was für ein Triumph!
 
 
 
 
Verglichen zum Aufstieg, war der Abstieg ein Kinderspiel (jaja, im Nachhinein kann man groß reden…), ruckzuck ging es zurück zum Schidepot – so ein Glück, alle Schier waren noch da. Mit großem Grinsen genossen wir die ersten Schwünge über den Gletscher, doch der Spaß war schnell vorbei. Plötzlich standen wir in dichtem Nebel, Orientierung ade. Dank Karte, Kompass und vor allem Happy- und Injurymover fanden wir langsam und nach einigem Suchen doch noch ins Tal. Danke!!!
Ein super Wochenende, frei nach dem Motto: „Live your dream and share your passion!“